Gedanken zum lebenslangen Lernen

Liebe Kommilitoninnen und Kommilitonen,

als ich über die Thematik des lebenslangen Lernens im Internet recherchiert habe, bin ich auf der Homepage der Europäischen Kommission auf ein altchinesische Sprichwort gestossen: „Willst du ein Jahr wirken, so säe Korn. Willst du zehn Jahre wirken, so pflege einen Baum. Willst du hundert Jahre wirken, so erziehe einen Menschen.“

Im Gegensatz zu Korn und Baum liegt es aber nun an jeden einzelnen Menschen selbst sich zu erziehen, d.h. zu bilden, und nicht auf eine höhere Macht zu vertrauen, die uns diese Aufgabe abnimmt. Gerade wir an der Fernuniversität haben uns verinnerlicht, dass der Übergang von der Industrie- zur Wissensgesellschaft längst vollzogen wurde, dass früher erworbenes Wissen zwar nicht verloren geht, doch für eine möglicherweise vierzig bis fünfzig Jahre dauernde Berufstätigkeit nicht ausreicht. Bildung ist in unserer hoch entwickelten Kultur neben Arbeit, Kapital und Rohstoff das vierte unabdingbare Standbein geworden, um unsere Existenz zu sichern.

Natürlich dürfen wir Wissen und Bildung nicht nur auf einen weiteren Input für die Industrie reduzieren, sondern müssen auch die persönliche Entwicklung gerade durch Weiterbildung in den Vordergrund ziehen. Ein Mensch ist schließlich mehr als Humankapital, sondern vor allem auch Kulturträger. Häufig wird von staatlicher Seite mehr Weiterbildung und Flexibilisierung der Bürger angemahnt. Dies führte zu einer umfassenden Studienreform, die uns den Bachelor und Master statt dem Diplom bzw. Magister als europäische Standardabschlüsse brachten. An sich sollten derartige modulare und kürzere Studienzeiten gerade für ein lebenslanges Lernen Vorteile bringen.

So ist es sicher für uns einfacher eine längere Berufsphase für einen zweijährigen Masterstudiengang zu unterbrechen, oder auf Teilzeitbasis für drei bis vier Jahre eine Doppelbelastung von Beruf und Studium auf uns zu nehmen, als ein komplettes Studium quasi bei Null zu beginnen.

Leider hat die Praxis bisher das Gegenteil gezeigt, da die Anrechnung der bisherigen Diplomabschlüsse mehr als gering ist, und viele von uns, mich eingeschlossen, nun doch mit dem Bachelor neu beginnen.

Aber gerade deswegen ist mir die Mitwirkung in den studentischen Gremien wichtig, um so abgehobene Entscheidungen, die auf Kosten der Lebenszeit von uns Studenten gehen, positiv beeinflussen zu können.

An dieser Stelle möchte ich uns allen noch viel Erfolg bei den kommenden Klausuren im März wünschen, denen sicher die meiste Aufmerksamkeit gilt.

Viele Grüsse

Euer Bernd