Studentenparlament macht ersten Schritt zur einheitlichen Studentenvertretung
Das Studierendenparlament der FernUniversität legte den Grundstein für parallele Amtszeiten der studentischen Vertreter in den Universitätsgremien und in der studentischen Selbstverwaltung. Damit wurden Koordinationsprobleme der in Nordrhein-Westfalen praktizierten doppelten Studentenvertretung zumindest zum Teil behoben.
Das Nordrhein-Westfälische Hochschulrecht sieht eine doppelte studentische Mitbestimmung vor. Einerseits sind Studentenvertreter in den Gremien der Universität präsent, also etwa im Senat, in den Fakultätsräten oder den Prüfungsausschüssen. Hier werden alle Entscheidung beraten, die das Studium und die Belange der Hochschule betreffen.
Anderseits gibt es seit Anfang der siebziger Jahre noch die von der Universität unabhängigen verfassten Studentenschaften, in der alle Studenten automatisch Mitglieder sind und die sich über das Studierendenparlament und den AStA selbst verwalten. Die verfasste Studentenschaft vertritt die studentischen Interessen zusätzlich gegenüber der Universität und bestimmt über die aus den studentischen Semesterbeiträgen zusammengelegten Mittel.
Bedingt durch die letzte Hochschulreform und die neue Grundordnung der FernUniversität, wurden die Universitäts- und Studentenschaftswahlen zuletzt jeweils um ein Jahr versetzt abgehalten. Dies bedeute nicht nur einen finanziellen Mehraufwand von rund 15.000 € aus unseren Semesterbeiträgen, sondern verschärfte auch die systemimmanenten Abstimmungsprobleme zwischen den studentischen Vertretern in den Universitätsgremien und denen in der verfassten Studentenschaft.
Die Entscheidung des Studentenparlaments, die nächste SP-Wahl auf den 16. März 2009 festzulegen, entschärft die Koordinationsprobleme im ersten Schritt. Auf der Sitzung des Studierendenparlaments am 22. November wird die Wahlperiode voraussichtlich auf ein Jahr verkürzt, so dass ab 2010 die Wahlen der verfassten Studentenschaft mit den Wahlen der studentischen Vertreter in den Universitätsgremien wieder gleichzeitig stattfinden werden.
Die Doppelseitigkeit der studentischen Mitbestimmung ist in den vergangenen Jahren immer wieder in Frage gestellt worden. Schon allein, dass die überwiegende Mehrzahl der Studenten nicht mehr überblicken kann, wer sie wie und wo vertritt, spricht gegen diese Zweigleisigkeit.
Gemeinsam mit dem RCDS NRW setzen wir uns daher für eine Vereinheitlichung der studentischen Vertretung durch eine bessere Integration der verfassten Studierendenschaft ein.